Kreis und Kreuz

Das Logo des Kirchentages Donau-Ries 2020 besteht aus zwei einfachen geometrischen Formen: einem Kreuz in einem Kreis, der noch nicht ganz geschlossen ist.

Der Offene Kreis deutet zunächst den Ort des gemeinsamen Kirchentages 2020 an, steht also für den Landkreis Donau-Ries, in dessen Zentrum sich der Ries-Krater befindet.
Der Offene Kreis steht jedoch auch für einen symbolischen Ort, an dem ein „Mehr“ möglich ist. Dieses „Mehr“ kann ein Mehr an Leben, ein Mehr an Gemeinschaft, an Neuem, an Offenheit für den Glauben, ein Mehr an Lebenstiefe bedeuten.

Offener Kreis

Der Impuls zu diesem Kirchentag Donau-Ries entspringt genau diesem Wunsch nach dem „Mehr“, das beide Kirchen und alle interessierten Menschen in Offenheit füreinander zusammenbringt. Der nicht geschlossene Kreis ist beides: Einladung einerseits, aber er spielt auch auf die uns als Christen schmerzlich bewusste Tatsache an, dass die Einheit der Kirchen noch unvollkommen ist – der Kreis ist noch nicht „rund“, die Einheit noch nicht geschlossen.

So wird der Offene Kreis zur Einladung, zum Kirchentag zu kommen, dazu zu gehören, mitzumischen, sich einzumischen und dabei zu sein. Er steht nicht für Abschottung, für etwas christlich Exklusives, sondern bewusst für Öffnung, Achtung füreinander, offene Arme und für eine Weite des Denkens und Glaubens.

Das Kreuz als „Plus“

Mit seinem zweiten Element, dem Kreuz, drückt das Logo aus: die den beiden Kirchen gemeinsame Mitte – das Kreuz – stimmt bereits. Das Kreuz, der Kompass der christlichen Botschaft von der Hoffnung auf Leben, ist die gemeinsame Mitte für alle ökumenischen Anstrengungen. Dieses Zeichen in der Mitte verbindet evangelisch und katholisch; verbindet Christen mit allen Menschen „guten Willens“, schlägt Brücken.

Denn auch das Kreuz, hier bewusst als „Plus“-Zeichen ausgeführt, steht für dieses „Mehr“: ein „Mehr“ an Glaube, Zuversicht, Vertrauen, Verstehen und gemeinsamem Auftrag. Der Kirchentag Donau-Ries 2020 will diese Offenheit für Neues, Überraschendes, für „Anderes“ und für die „Anderen“ fördern und in offener Begegnung ermöglichen.

So ein „Plus“, ein „Mehr“ braucht es vielleicht nicht immer, aber es ist wunderbar wenn es ein „Plus“, ein Mehr gibt.

Ökumene im Landkreis Donau-Ries: Gedenkstein Auhausen

Ökumene im Landkreis Donau-Ries: Gedenkstein Auhausen (Klick für Großansicht)

In bester ökumenischer Tradition

Am 21. Mai 1975 wurde in Auhausen, im Norden unseres Landkreises, der erste große ökumenische Gottesdienst mit dem damaligen Evangelischen Landesbischof Hanselmann und Bischof Stimpfle vom Bistum Augsburg gefeiert. Dieses besondere ökumenische Ereignis ist auf einem Gedenkstein in der dortigen Klosterkirche gewürdigt und festgehalten.

Sowohl Kreis als auch Kreuz finden sich als Symbole bereits in diesem Gedenkstein zentral in der Mitte wieder.

Auch das Logo des 1. Ökumenischen Kirchentags im Landkreis Donau-Ries, der vom 19. bis 21. Mai 2000 in Oettingen stattfand, greift bereits auf die Elemente „Kreis“ und „Kreuz“ zurück. In der Bildsprache der damaligen Zeit sah das Logo so aus:

Logo des 1. Ökumenischen Kirchentages Donau-Ries

Logo des 1. Ökumenischen Kirchentages Donau-Ries, im Jahr 2000 in Oettingen (Klick für Großansicht)

Auch im Logo des 2000er Kirchentages ist der Kreis offen, scheint hier aber eher das „Gebrochene“ der Kircheneinheit zu symboliseren: ein Riss geht durch die Mitte, selbst durch das Kreuz.
Eine angedeutete Bewegung scheint diesen „Riss“ schließen zu wollen.

Das aktuelle Logo des Kirchentages will durch die Übernahme von Formen, die bereits für die Geschichte gewordene Ökumene in unserem Landkreis stehen, Kontakt knüpfen zu dieser guten ökumenischen Tradition.

Es will aber nicht nur Rückgriff und Rückblick sein, sondern ein Fenster aufstoßen, eine Einladung sein, als Christen das gemeinsame zu sehen, zu feiern und zu leben.

Ulrich Berens, Ehe- und Familienseelsorge, Donauwörth