„Ihr seid das Salz der Erde!“ als Fortbildungsthema

Fortbildung der Frauenkreisleiterinnen

Am 11. Und 12. Januar 2020 fand im Jugendtagungshaus Schopflohe die alljährliche Fortbildung der Frauenkreisleiterinnen statt. Weil die Gruppe Leiterinnen von Frauengruppen in den letzten Jahren kleiner geworden war, wurde das Seminar geöffnet für alle interessierten und engagierten Frauen aus allen drei Donau-Ries-Dekanaten.

Diese Öffnung hat sich als sehr positiv erwiesen, meldeten sich doch insgesamt 27 TNinnen zu dem Seminar an.

Das Thema der Veranstaltung wurde im Hinblick auf den ökumenischen Kirchentag Donau-Ries, welcher vom 15. – 17. Mai 2020 in Donauwörth stattfindet, entsprechend gewählt:

Ihr seid das Salz der Erde!

Dieser Satz aus der Bergpredigt erscheint zuerst einmal sehr kurz zu sein, damit wird die Aussagekraft jedoch vollkommen unterschätzt, wie es die TNinnen erfahren durften. Denn es ist kein Leben ohne Salz möglich! Jede Zelle im Körper benötigt Salz, um zu funktionieren. Salz und Wasser prägen den menschlichen Körper.

Fortbildung der Frauenkreisleiterinnen Nach der Begrüßung durch das altbekannte Ritual mit Brot und Salz erfolgte die Hinführung zum Thema. Dabei wurde die Bedeutung von Salz an vier Säulen aufgezeigt:  Geschmack, Haltbarkeit, Heilung und Wert.

Salzprinzessin und Salzstöcke

Mit dem wenig bekannten Märchen von der Salzprinzessin, welche ihren Vater „…so lieb wie das Salz“ hat, hörten die Frauen zum ersten Mal von der Bedeutung des Salzes. Danach wurden sie aufgefordert, eigene Erfahrungen, Geschichten und Gebräuche rund um das Salz zu berichten.

Ein großer Info-Block schloss sich an. Darin erfuhren die Frauen, dass die Salzschichten vor Millionen von Jahren durch Verdunstung der Randmeere an den Ozeanen entstanden sind. Diese Salzschichten wurden durch die Jahrmillionen hindurch folgenden Erdverschiebungen unter andere Gesteinsschichten verschoben. Dadurch entstanden die heute existierenden Salzstöcke, woraus das Salz durch Bergbau abgebaut wird. Dies ist das sog. Steinsalz, welches auch als  Ursalz bezeichnet wird. Diese Salze sind mit anderen Mineralien angereichert. Bekannte Vertreter sind z.B. das Himalaya Salz.

Eine andere Art der Gewinnung ist das Meersalz, welches durch Verdunstung von Meerwasser gewonnen wird. Die dritte Art Salz zu gewinnen, ist die gebräuchlichste Art, nämlich das Siedesalz. Es wird durch Eindampfung von Natursole oder durch eine künstlich erzeugte Bohrlochsole gewonnen. Ergebnis ist jeweils das uns bekannte Kochsalz.

Salz – das weiße Gold

Neben der gesundheitlichen Bedeutung von Salz, der Salzaufnahme in unserer heutigen Zeit sowie der Verwendung in über 10.000 Produkten, kamen auch noch einige bekannte Aussagen zum Salz zur Sprache: Salz wird „Das weiße Gold“ genannt, weil es früher so kostbar war, Salz gilt als „Göttergabe“, weil es als Hochzeitsgeschenk bei den Göttern in Griechenland gegeben wurde, Salz wurde im römischen Reich als Teil des Soldes an die Legionäre verteilt, daher stammt das immer noch bekannte Wort „Salär“.

Zum Mittagessen gab es natürlich dann „Salzheringe“ und Kartoffeln.

Bibelwort und Gruppenarbeit

Gut eingestimmt befasste sich dann die Gruppe am mit dem Bibelwort. Dazu erhielten die TNinnen Karten, auf welchen jeweils das Bibelwort aufgedruckt war, allerdings war auf jeder Karte ein anderes Wort fett gedruckt. Die Frauen lasen nun in der Runde ihre Karte vor und betonten dabei IHR fett gedrucktes Wort. Schon aus dieser kleinen Veränderung spürten die Frauen welch unterschiedliche Bedeutung das Bibelwortes plötzlich erfährt.

In einer Gruppenarbeit wurde diese Bedeutung dann erarbeitet:

IHR      also: Jeder, auch ich, auch Du, wir sind Botschafter

SEID    eine Zusage, ein Geschenk, ohne Anstrengung, ohne eigenes Zutun

DAS     wichtig, wertvoll, bestimmt, einzigartig, Beauftragung

SALZ    Verpflichtung, Herausforderung, Würze, Kirche

DER     unserer, Schatz, bestimmter Hinweis

ERDE   Lebensraum, einzigartig, bewahren, nachhaltig leben, Botschaft an die Menschen

Salz der Erde: Wir?!

Danach überlegten alle: Wo sind WIR Salz der Erde? Wo sind WIR heilsam für die Welt? Wo geben WIR der Welt Geschmack? Wo sind WIR verantwortlich für die Haltbarkeit? Wo sind WIR wertvoller als Gold und Edelsteine?

Den Geschmack kann man z.B. daran messen, wie ein Verantwortlicher einen Gottesdienst gestaltet, welche Lieder eingesetzt werden, wie nah am Menschen jemand ist, mit wieviel Fingerspitzengefühl eine Sache angegangen wird.

Die Haltbarkeit zeigt sich im Glauben, Traditionen weitergeben, in der Vorbildfunktion

Die Heilsamkeit kommt neben den gesundheitlichen Vorteilen in der Seelsorge, im Beten, in bestimmten Ritualen zum Ausdruck. Diese Säule spricht gerade Frauen an.

Den Wert erkennt der König erst, als es im Land kein Salz mehr gibt und Mensch und Tier krank werden. Salz, obwohl unscheinbar in seiner Form, ist MEHR als Gold und Edelsteine!

Salzstreuer zum Abschied

Die letzte Einheit des Tages befasste sich mit der Frage, wie können wir wieder salzig werden, wenn wir kraftlos geworden sind? Wo sind unsere Salzquellen.

Damit die Frauen dieses Seminar nicht vergessen, erhielt eine jede einen kleinen Salzstreuer, welchen die Frauen aus dem Salzteller der Begrüßungszeremonie füllen durften. Damit sollten sie daran erinnert werden, ihren inneren Salzvorrat immer wieder aufzufüllen.

Gerda Fuchs